Was wäre Ostern ohne Ostereier? Steigende Eierpreise in Österreich und ein Blick auf den österreichischen Eiermarkt
- SealtheDeal
- 12. Nov.
- 6 Min. Lesezeit
Seal the Deal wünscht Ihnen frohe Ostern! In dieser besonderen Zeit möchten wir Ihnen nicht nur erholsame Feiertage wünschen, sondern auch einen kurzen Einblick in die aktuellen Entwicklungen auf dem österreichischen Eiermarkt geben. Die Preise für Hühnereier sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was sowohl die Verbraucher als auch die Produzenten vor Herausforderungen stellt. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die jüngsten Preistrends, die Gründe für die Preissteigerungen und die größten Eierproduzenten in Österreich.

Österreich hat in den letzten Jahren deutliche Preissteigerungen bei Eiern erlebt, sowohl im Einzelhandel als auch auf dem Großhandelsmarkt.
Einzelhandelspreisinflation
Die Preise für Eier stiegen im Jahr 2022–2023 stark an. Anfang 2023 waren Eier in Österreich etwa 16,5% teurer als im Vorjahr. (Dieser Anstieg war im Vergleich zum EU-Durchschnitt von etwa 31% im selben Zeitraum relativ moderat, was darauf hinweist, dass die österreichischen Preise etwas langsamer gestiegen sind als in vielen anderen EU-Ländern.) Auch 2024 stiegen die Preise für Eier weiter: Österreicher kauften 7,4% mehr Eier im Jahr 2024 als im Vorjahr, gaben aber 9,5% mehr Geld aus – eine Diskrepanz, die auf einen Preisanstieg von etwa 2% pro Einheit hinweist. Diese Daten (aus dem RollAMA-Haushaltspanel der AMA) verdeutlichen, dass die Eierpreise auch 2024 weiterhin auf hohem Niveau blieben.
Großhandels- und Bauernhofpreise
Die Packstation (Großhandel)-Eierpreise – also die Preise, die Eierverpackungsstationen den Bauern zahlen – erreichten 2023 Rekordhöhen. Im Durchschnitt lag der Großhandelspreis für Standard-Barn-Eier (Klasse M) bei etwa €14,50 pro 100 Eier, was einen Anstieg von 33% (ca. €3,56 mehr) im Vergleich zu 2022 darstellt. (Zum Vergleich: Anfang 2022 lag der Preis für ein Barn-Ei nur bei etwa €0,082, also rund €8,20 pro 100 Eier.) Auch Premium-Kategorien verzeichneten Preiserhöhungen: Beispielsweise erreichten Bio-Eier Anfang 2023 etwa €32–33 pro 100 Eier. Bis Ende 2023 gab es einen leichten Rückgang der Preise, aber die Ei-Preise blieben insgesamt historisch hoch. Die österreichischen Eierbauern betonten, dass diese höheren Produzentenpreise notwendig waren, um die gestiegenen Kosten zu decken und eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten.
Verarbeitete Eierprodukte
Auch die Preise für Eierprodukte (wie flüssige Eier, Ei-Pulver und andere verarbeitete Formen) folgten dem Anstieg der Preise für Frischeier. Der Mangel an Eiern in ganz Europa führte zu rekordhohen Preisen für Eierprodukte, die von Lebensmittelherstellern weitergegeben werden. Im Jahr 2023 standen Verarbeiter weiterhin vor anhaltend hohen Preisen für Zutaten wie Eierflüssigkeit und -pulver, eine Situation, die sich erst in der zweiten Jahreshälfte leicht verbesserte. Insgesamt bedeutete der angespannte Markt, dass Bäckereien, Lebensmittelunternehmen und Importeure erheblich mehr für pasteurisierte Eier zahlten als in den Vorjahren (in einigen Fällen verdoppelten sich die Preise oder stiegen noch stärker, laut Branchenberichten). Diese hohen Preise für verarbeitete Eier im Großhandelsmarkt spiegelten sich unvermeidlich in den höheren Kosten für Endverbraucher wider.

Mehrere zusammenlaufende Faktoren haben die jüngsten Preissteigerungen bei Eiern in Österreich und Europa verursacht.
Futterkosten und Inflation
Der Krieg in der Ukraine – einem wichtigen globalen Getreideproduzenten – trieb die Futtermittelpreise erheblich in die Höhe, da Geflügelfutter (Mais, Weizen, Soja) knapper und teurer wurde. Österreichische Produzenten sahen sich mit einer volatilen Futterpreislage konfrontiert, die „nicht kalkulierbar“ war. Dies, zusammen mit allgemeiner Inflation (z.B. höhere Kosten für Verpackung, Arbeitskraft und Transport), setzte die Ei-Preise unter Druck. Auch Energiekosten stiegen 2022 stark an, was die Betriebskosten für Heizung, Beleuchtung und Treibstoff erhöhte. Die Produzenten warnten 2022, dass ohne deutlich höhere Ei-Preise zur Deckung dieser Kosten viele Betriebe unrentabel würden. Tatsächlich war die Kostenstruktur für Eierproduktionsbetriebe 2023 grundsätzlich gestiegen – z.B. hatten die Kosten für den Stallbau in den letzten zehn Jahren sich verdoppelt, und die Energiekosten sowie Personalaufwendungen „hatten angezogen“. Alle diese Kostensteigerungen schlugen sich in höheren Großhandels- und Einzelhandelspreisen für Eier nieder.
Vogelgrippe-Ausbrüche
Europa erlebte die schlimmste jemals registrierte Epidemie der Vogelgrippe, was zu massiven Keulungen von Legehennen in den Jahren 2022 und 2023 führte. Wichtige Eierproduktionsländer (Frankreich, Niederlande, Italien usw.) verloren Millionen von Hennen, was die europäische Ei-Versorgung erheblich verknappen ließ. Auch Österreich blieb von den Marktfolgen nicht verschont. Der „Vogelgrippe“-Ausbruch weltweit führte zu großer Turbulenz auf den Eiermärkten. Da billige Eierimporte aus dem Ausland knapp wurden, waren die heimischen Eier umso wertvoller und verteuerten sich drastisch. Obwohl Österreichs Eierproduktion hoch blieb und domestische Keulungen weitgehend vermieden wurden, führte der Mangel an Importen und das europäische Versorgungsdefizit zu höheren Preisen, um die begrenzte Versorgung zu rationieren. (Bemerkenswert ist, dass Österreich eine Selbstversorgungsrate von rund 90% bei Eiern hat, also in der Regel auf wenige Importe angewiesen ist. Da ausländische Eier knapp oder teurer wurden, stiegen die Preise für heimische Eier weiter an.)
Nachfrageschub
Die Verbrauchernachfrage nach Eiern hat ebenfalls zugenommen. In Österreich ist der Pro-Kopf-Ei-Verbrauch in den letzten Jahren gestiegen – von etwa 230 Eiern/Jahr auf jetzt 248 Eier pro Person – und 2024 verzeichnete man Rekordkäufe von Eiern im Haushalt. Saisonale Spitzen (wie zu Ostern) setzen den Markt zusätzlich unter Druck. Diese starke Nachfrage, sowohl nach Frischeiern als auch nach Eiern als Zutaten, hat die Preise weiter nach oben getrieben, insbesondere wenn das Angebot begrenzt ist. Branchenquellen stellten fest, dass alle Ei-Haltungsarten (Barn, Freiland, Bio) Anfang 2023–2025 knapp waren, da die Nachfrage das Angebot überstieg.
Branchen- und Regulierungsfaktoren
Österreichische Eierproduzenten sehen sich auch einzigartigen Kostenfaktoren ausgesetzt, die die Preise beeinflusst haben. So hat Österreich beispielsweise die Käfighaltung von Legehennen 2020 vollständig verboten, sodass die Produktion jetzt von kostenintensiveren Systemen wie Barn-, Freiland- und Bio-Haltungen stammt. Darüber hinaus tragen Programme wie die „Bruderhahn-Initiative“ (Männliche Küken zur Reife aufziehen) und Anforderungen für gentechnikfreies Futter zu den Produktionskosten bei, insbesondere im Bio-Bereich. Diese Qualitäts- und Tierschutzmaßnahmen werden von den Verbrauchern geschätzt, führen jedoch zu höheren Preisen. Schließlich drängte der Sektor auch auf Preiserhöhungen, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten: 2022 warnte der Geflügelbauernverband, dass ohne mindestens €0,05 mehr pro Ei (ungefähr 50 Cent pro 10er-Pack) viele Betriebe aufgeben würden und die heimische Versorgung gefährdet wäre. Diese Forderungen trugen dazu bei, dass Einzelhändler den Produzenten 2022–2023 höhere Preise zusicherten. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass eine Kombination aus höheren Produktionskosten, krankheitsbedingten Versorgungsengpässen, Inflationsdruck und nachhaltiger Nachfrage die Ei-Preise in Österreich nach oben getrieben hat.

Führende österreichische Eierproduzenten (nach Volumen und Umsatz)
Trotz des herausfordernden Marktes wird die österreichische Eierproduktion von einigen großen Produzenten und Verpackern gestützt. Hier sind einige der größten Eierproduzenten in Österreich, zusammen mit ihrer Größe und den neuesten Statistiken (ungefähr nach Produktionsvolumen und Umsatz geordnet):Trotz des herausfordernden Marktes wird die österreichische Eierproduktion von einigen großen Produzenten und Verpackern gestützt. Hier sind einige der größten Eierproduzenten in Österreich, zusammen mit ihrer Größe und den neuesten Statistiken (ungefähr nach Produktionsvolumen und Umsatz geordnet).
Österreichische Frischeier-Erzeugergemeinschaft (EZG Frischei)
Die Österreichische Frischeier-Erzeugergemeinschaft ist eine landesweite Erzeugergenossenschaft, die frische Eier von vielen österreichischen Bauern vermarktet. Sie handhabt Eier aller Produktionsarten, sowohl konventionell als auch biologisch, und sorgt für die Supermarktversorgung. Im Jahr 2020 verzeichnete EZG Frischei einen Jahresumsatz von etwa €43 Millionen, was das Unternehmen zu einem der führenden Ei-Distributoren nach Umsatz macht. Durch das Bündeln der Produktion vieler Betriebe sichert EZG Frischei einen erheblichen Anteil des heimischen Ei-Volumens.
Eiermacher GmbH
Eiermacher GmbH ist ein großer integrierter Ei-Produzent und Verarbeiter mit Sitz in Kremsmünster, Oberösterreich. Das Unternehmen betreibt eine Zucht, eine Eierverpackungsstation und sogar ein Geflügelschlachthaus, wodurch es ein vertikal integriertes Unternehmen ist. Es produziert Eier für den Einzelhandel und die Industrie, züchtet Junghennen und „Bruderhähne“ und verarbeitet auch Geflügelfleisch. Im Jahr 2020 beschäftigte Eiermacher GmbH etwa 185 Mitarbeiter und betreibt eine große Legehennenpopulation (die genaue Zahl ist nicht öffentlich bekannt). Es gilt als eines der größten österreichischen Eierunternehmen.
„Innviertler Landei“ Johann Poringer GmbH & Co KG
Die „Innviertler Landei“ Johann Poringer GmbH & Co KG ist ein großer Eierverpacker und Handelsbetrieb in Oberösterreich, genauer in Tumeltsham. Das familiengeführte Unternehmen in der dritten Generation ist bekannt durch die Marke Innviertler Landei. Es sammelt, sortiert und vertreibt Eier, einschließlich frischer Eier, farbiger Ostereier und gekochter „Salateier“. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf Qualitätskontrolle und regionale Beschaffung. 2020 erzielte „Innviertler Landei“ einen Umsatz von etwa €20 Millionen und besitzt einen signifikanten regionalen Marktanteil bei Frischeiern.
Pro Ovo Eiprodukte GmbH
Pro Ovo Eiprodukte GmbH ist der führende Eierprodukte-Verarbeiter in Österreich mit Sitz in Biberbach, Niederösterreich. Das Unternehmen ist auf das Brechen von Eiern und die Herstellung von flüssigen und pulverisierten Ei-Produkten wie Ganzes Ei, Eigelb und Eiweiß spezialisiert, einschließlich Bio- und Freilandrohstoffen. Pro Ovo beliefert die Lebensmittelindustrie, darunter Bäckereien und Hersteller, mit pasteurisierten Ei-Lösungen. 2020 erzielte Pro Ovo einen Jahresumsatz von etwa €15 Millionen. Als führender heimischer Ei-Produzent verarbeitet das Unternehmen eine riesige Anzahl an Eiern und ist eine Schlüsselquelle für die österreichische Lebensmittelbranche.
Diese Unternehmen verdeutlichen den konzentrierten Kern der österreichischen Eierindustrie. Die Erzeugergemeinschaft EZG Frischei verarbeitet vermutlich das größte Ei-Volumen insgesamt, indem sie die Produktion vieler Betriebe bündelt, während Eiermacher GmbH für ihr vertikal integriertes Geschäftsmodell bekannt ist. Innviertler Landei (Poringer) ist einer der größten Verpacker, der sicherstellt, dass Eier aus österreichischen Betrieben den Weg zu den Verbrauchern finden, und Pro Ovo dominiert den verarbeiteten Eiermarkt. Es gibt jedoch auch viele kleinere Betriebe und Verarbeiter, die mit diesen großen Akteuren konkurrieren.
Das Team von Seal the Deal wünscht Ihnen Frohe Ostern!


